KINDERDORF PUERTO RICO

unterstützt von der Pfarrer Walter Waldschütz - Stiftung

Das Projekt


Wer denkt schon an Hunger und Not, wenn er von Argentinien hört? Und doch haben in diesem scheinbar so wohlhabenden Land Kinderarmut, Verwahrlosung und blankes Elend in einem erschreckenden Ausmaß um sich gegriffen.

Visitationsreise 2010 Visitationsreise 2010 Visitationsreise 2010

Engagierte Menschen beiderseits des Atlantik haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese unerträglichen Zustände zumindest im Bundesstaat Misiones zu lindern. Dank ihrer Initiative gibt es dort nun zahlreiche Projekte zur nachhaltigen Hilfe, Ausbildung und Entwicklung.

So wurde 1991 in der Kleinstadt Puerto Rico das Kinderdorf „Hogar Jesús Niño“ gegründet. Es bietet Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen dauerhaft eine menschenwürdige Heimat. Es richtet sich an Waisen und auch an Sozialwaisen, bei denen sich die Eltern nicht um die Versorgung und Erziehung kümmern (können).

Betreut von einer Pflegemutter, leben jeweils ca. 8 Kinder zusammen in einem Haus. Je nach Alter besuchen sie den Kindergarten oder die Kolping-Schule bzw. machen eine Ausbildung. Analog zur größer werdenden Not ist auch das Kinderdorf gewachsen. Seit Fertigstellung des vierten Hauses bietet es 32 jungen Menschen Heimat und 7 Personen Arbeit.

Das Kinderdorf wird durch Spenden finanziert. Durch Entsendung von jungen „Missionaren auf Zeit“ sowie durch Arbeitseinsätze und Besuche vor Ort gibt es einen engen persönlichen Austausch, durch den eine geistige Brücke zwischen Deutschland und Argentinien geschlagen wird. Die Hilfe wird von der Katholischen Pfarrgemeinde Holzkirchen koordiniert.


Hintergrund


Argentinien
Obwohl Argentinien ein scheinbar reiches Land mit günstigen Voraussetzungen ist, herrschen in einigen Regionen Unterentwicklung und blankes Elend vor. Ungeachtet einer aktuellen Stabilisierung der politischen und ökonomischen Verhältnisse hält die Wirtschaftskrise weiterhin an - besonders in Gebieten fernab der Hauptstadt Buenos Aires.

von links: Klaus Brauers (Kolping), Padre Juan, Pfarrer Waldschütz, Franz Späth Julia Hillebrand (rechts) und zwei Vertreter von Kolping Argentinien besuchen den Missionskreis und die Kolping-Familie von Holzkirchen die Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner (vorne rechts) besucht das Kinderdorf

Misiones
Misiones im Nordosten Argentiniens gehört zu den vernachlässigten Bundesstaaten. Gerade Familien leben oft unter der Armutsgrenze. Die medizinische Versorgung ist ebenso unzureichend wie das Schulsystem. Kinder werden missbraucht, auf der Straße ausgesetzt und verwahrlosen. Hunger und Not haben in einem erschreckenden Ausmaß um sich gegriffen.

Puerto Rico
Vom Staat ist keine nachhaltige Linderung dieser unerträglichen Zustände zu erwarten. Deshalb rief der argentinische Pater Juan Markievicz von den Steyler Missionaren bereits 1973 das Hilfsprojekt „Villa Cabello“ ins Leben, das mehrere Schulen, Lehrwerkstätten, Kirchen, Gesundheitszentren und Armenspeisungen in Misiones umfasst. Gemeinsam mit engagierten Bürgern gründete Padre Juan 1991 in der Kleinstadt Puerto Rico -gelegen am Fluss Paraná zwischen der Hauptstadt Posadas und den Wasserfällen von Iguazú- das Kinderdorf „Hogar Jesús Niño“. Seit 1999 wird es fürsorglich von der örtlichen Kolping-Familie um Julia und Raimundo Hillebrand verwaltet.

Kinderdorf „Hogar Jesús Niño“
Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen bietet das Kinderdorf dauerhaft eine menschenwürdige Heimat sowie die Chance zu einem altersgerechten Heranwachsen und einer echten Entwicklung. Aufgenommen werden sowohl Waisen als auch Sozialwaisen, bei denen sich die Eltern nicht um die Betreuung und Erziehung kümmern oder kümmern können. Über 30 Kinder leben im Kinderdorf, verteilt auf 4 Häuser. Jedes Haus stellt eine Familienstruktur mit einer Pflegemutter dar. Je nach Alter besuchen die Kinder und Jugendlichen den Kindergarten oder die Kolping-Schule bzw. machen eine Ausbildung. Die Erwachsenen sind bestrebt, den christlichen Glauben -der Triebfeder ihres eigenen Handelns ist- in den Kindern zu stärken und zu fördern. Zusätzlich zu den 4 Hausmüttern Tía Pepa, Tía Susana, Tía Esther und Tía Maria gibt es mit Raimundo Hillebrand einen hauptamtlichen Verwalter. Ferner helfen psychologische, sozialpädagogische und medizinische Kräfte den oftmals traumatisierten sowie körperlich und seelisch geschädigten Kindern. Jugendliche „Missionare auf Zeit“ aus Deutschland unterstützen die lokalen Mitarbeiter.

Holzkirchen
Die Pfarrgemeinde Holzkirchen hat sich verpflichtet, die Finanzierung des Kinderdorfes dauerhaft sicherzustellen. Bei dieser großen Aufgabe helfen viele großherzige Menschen, ehrenamtliche Helfer, Spender und Familienpaten. Treibende Kraft ist Pfarrer Walter Waldschütz - oder „Padre Walter“ wie er von den Kindern in Argentinien liebevoll genannt wird. Mit der Gründung der Pfarrer Walter Waldschütz-Stiftung sollen die übernommenen Patenschaften für das Kinderdorf "Hogar Jesús Niño" in Puerto Rico /Argentinien und dessen Finanzierung sowie Unterstützung und Hilfestellungen für die örtlichen Kolpingfamilienund für Sozialprojekte bei der Bewältigung der Not der Ärmsten der Armen in Misiones, Argentinien fortgeführt werden.

Missionskreis
Der „Missionskreis“ koordiniert die Bemühungen zur Finanzierung des Kinderdorfes, initiiert eigene Aktivitäten wie Benefizkonzerte oder Flohmärkte und informiert die zahlreichen Spender. Der gemeinsame Ausschuss von Pfarrgemeinde und Kolping-Familie Holzkirchen steht allen Interessierten offen. Neben Pfarrer Waldschütz gehören ihm derzeit zehn Frauen und Männer aus Holzkirchen und dem gesamten Oberland an. Vorsitzende ist Anita Bierschneider. Ziel des Missionskreises ist auch, über Fastenessen, Konzerte und Gestaltung der Missionssonntage das kirchliche Leben zu bereichern und die geistige Verbindung zwischen Misiones und dem bayrischen Oberland zu stärken.

Finanzierung - wofür?
Die laufenden Kosten des Kinderdorfes betragen pro Jahr knapp € 80.000. Die Hälfte davon entfallen auf Personalkosten in Argentinien, also die Gehälter für einen Verwalter, vier Hausmütter und einige Teilzeitkräfe. Diesen Menschen wird ein sicherer Arbeitsplatz und gerechte Entlohnung geboten. Oberstes Ziel ist es, die Kinder menschenwürdig zu ernähren, zu kleiden, auszubilden und abzusichern. So sind ein Drittel der Kosten direkte Aufwendungen für die Kinder, also für Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen, Krankenbehandlung, Schulgebühren und Freizeitaktivitäten. Die übrigen Aufwendungen entfallen auf Betriebskosten (Strom, Wasser, Telefon), Steuern sowie Instandhaltung und Reparatur.

Finanzierung - woher?
Die gewaltigen Ausgaben müssen jedes Jahr aufs Neue gedeckt werden, um den Fortbestand des Kinderdorfes zu sichern. Hierbei steigt der Eigenbeitrag, den die Kolpingfamilie in Argentinien aus Mitgliedsbeiträgen und Benefizveranstaltungen erzielt, ständig an. Aus Deutschland werden jährlich ca. € 65.000 nach Argentinien transferiert. Knapp 15% hiervon steuert das "Päpstliche Missionswerk der Kinder" bei, das auch die Überweisung der Gelder übernimmt. Zur Deckung der verbleibenden enormen Summe tragen in aller erster Linie Einzelspender und Familienpaten bei. Eine wichtige Rolle spielen die Zuwendungen zB von Kolping, dem Frauenbund, der Evangelischen Gemeinde oder dem Elterbeirat des Kindergartens. Auch das Sammelergebnis der Sternsinger in Holzkirchen und z. T. in anderen Gemeinden kommen dem Projekt zu Gute. Eine feste und unerläßliche Größe bei der Finanzierung des Kinderdorfes sind die vom Missionskreis durchgeführten Aktionen wie Benefizkonzerte, Flohmärkte, Kuchen- und Kunsthandwerkverkauf oder Erstellung und Verkauf des Missionskalenders.

 

- gemeinsam schaffen wir es!